Heiraten In Brasilien (1) – Dokumente in Deutschland

Meine zukünftige Frau ist Brasilianerin, am 20. August werden wir in Manaus, AM  heiraten. Ich werde in diesem Artikel den Weg durch das Bürokratielabyrinth beschreiben, vielleicht hift es dem/der einen oder anderen bei seinen Plänen hier glücklich und sesshaft zu werden.
Als wir beschlossen hatten, dass ich nach Brasilien ziehe und wir hier heiraten hatte noch jedes Brasilianische Konsulat in Deutschland eine eigene Website. Auf der Seite des Konsultats in München war eine Liste mit den notwendigen Dokumenten, wichtig ist dass die Dokumente zum Zeitpunkt der Hochzeit maximal 90Tage alt sind, plant also die Zeit.

Laut Konsulat sind folgende Dokumente aus Deutschland notwendig:

  1. Aufenthaltsbescheinigung auch “erweiterte Meldebescheinigung” genannt. Das ist ein unscheinbares Dokument auf dem der Wohnsitz, der Familienstand und evtl. Konfession vermerkt ist. Dieses Dokument ist für ca. 10€ beim lokalen Einwohnermeldeamt erhältlich.
  2. Geburtsurkunde oder “Auszug aus dem Geburtenregister”. Es wird in Deutschland nur von dem Standesamt ausgestellt das die Geburt ursprünglich registrierte. Wenn Ihr woanders wohnt, plant also mehr Zeit ein. Ich bin zu meinen Eltern gefahren und war dort auf dem Standesamt, die Urkunde bekommt ihr in ein paar minuten für 13€.
  3. Eine Erklärung, dass ihr ledig seit. Dieses Dokument muss von einem Notar erstellt und zusammen mit zwei Zeugen beim Notar unterschrieben werden. Die Zeugen müssen den Sachverhalt bestätigen, dass ihres Wissens nach der Eheschliessung nichts im Wege steht. Als Zeugen könnt ihr auch Familienangehörige nehmen. Der Notar weiss wie man das schreibt. Dieses Dokument ist auch für Brasilianer in Brasilien für eine Hochzeit üblich.
  4. Ich habe mir zusätzlich ein Poliziliches Führungszeugnis ausstellen lassen, bei einem Telefonat hatte mir die Konsulatsmitarbeiterin mitgeteilt dass es nützlich sein könnte.

Diese Dokumente müssen von der jeweiligen übergeortneten Stelle per Apostille überbeglaubigt werden. Beim Einwohnermeldeamt und Standesamt macht das das jeweilig zuständige Regierungspräsidium. Das heißt die Geburtsurkunde lasst ihr beim Regierungspräsidium des Bezirks eures Geburtsortes überbeglaubigen, die Meldebescheinigung bei dem Regierungspräsidium des Wohnorts. Das kostet jeweils ca. 15€. Die “Ledigkeitserklärung” des Notars lasst ihr am besten vom Notar zum zuständigen Landgericht zur Überbeglaubigung schicken.

Die Überbeglaubigungen etc. gehen relativ schnell, bei mir dauerte es weniger als eine Woche. Informiert euch beim jeweiligen Konsulat nochmals ob sonst noch was nötig ist.

Nachdem ihr alle Dokumente mit Apostille habt kommt der zweite Schritt: Legislation durch das Konsulat. Dazu musste ich pro Dokument 17€ auf das Konsulatskonto überweisen und die Dokumente zusammen mit einem als Einschreiben frankierten Rückumschlag an das Konsulat schicken. Der Prozess lief superschnell in 4 Tagen bei mir, laut Website kann es aber bis zu 14 Tage dauern.

Glückwunsch, ihr habt jetzt alles was ihr in Deutschland erledigen könnt!

Übrigens, ihr könnt mit Touristenvisum heiraten, das Visum muss aber zum Zeitpunkt der Hochzeit noch gültig sein!